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GC Gruppe- Großhandel für SHK Haustechnik - Sanitär, Heizung, Klima

PERSPEKTIVWECHSEL

24.07.2019

Seit einigen Jahren arbeiten bei uns Schüler oder Schülerinnen zur Probe, um einen Einblick in unsere Firma und die angebotenen Ausbildungsberufe zu erhalten. Trotzdem war das einwöchige Praktikum von Josina im Juni dieses Jahres neu und etwas Besonderes.
Josina ist 18 Jahre alt und mit dem Down-Syndrom geboren. Für sie ist es – wie für jeden Jugendlichen - wichtig, auszuprobieren, welcher Beruf zu ihr passt. Im Blumenladen hat sie schon gearbeitet und im Hotel. »Im Hotel war es nicht so gut. Ich hab´ im Sitzen Staub gesaugt, weil das so anstrengend war. Und ich sollte mich nicht hinsetzen.«, erinnert sich Josina. Nach einem sehr offenen Gespräch mit Josinas Mama bereitet Bianca Münch, unsere Ausbilderin, den Einsatz in verschiedenen Abteilungen vor und instruiert die Kollegen über ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse. Für uns ist dies eine Gelegenheit, Berührungsängste abzubauen.
Die erste Aufgabe für Josina ist das Auffüllen der Lagerfächer in unserem ABEX, was sie sehr sorgfältig erledigt. Und dann erfasst sie am Computer zusammen mit Bianca Münch einen Reklamationsbericht. »Am Computer zu schreiben macht Spaß«, meint Josina. Und Bianca Münch bestätigt: »Auf der Tastatur ist sie echt fit!« 
Zwischen den einzelnen Konzentrationsphasen braucht Josina Pausen, um sich auszuruhen. Auch hinsetzen muss sie sich immer wieder. Das hält sie jedoch nicht davon ab, unsere Kunden freundlich zu begrüßen oder mit den Kollegen Spass zu machen und viel zu lachen.
Nächster Tag – neue Abteilung. Der Wechsel ist für Josi so aufregend, dass sie zwischen stiller Schüchternheit und verlegenem Lachen hin und her schwankt. Es dauert jedoch nicht lange, bis sie Vertrauen zu ihrer neuen Bezugsperson gewonnen hat. Im Versand und im Verkauf erlebt sie unser Tagesgeschäft und hilft bei der Erledigung der anstehenden Aufgaben. Jetzt freut Josina sich riesig auf den Einkauf. Da wartet Kevin, und den kennt sie schon. Neugierig sieht sie zu, wie Kevin Bestellungen auslöst und Auftragsbestätigungen prüft. Geduldig und ruhig erklärt er ihr alles. Endlich darf Josina wieder selbst am Computer arbeiten. Stolz auf das erhaltene Lob und gut gelaunt geht sie in den wohlverdienten Feierabend.
Zu Hause steht entweder Rollschuhlaufen oder Hip-Hop-Tanzen auf dem Programm. Oder sie übt ihre Rolle für das neue Theaterstück. Am allerliebsten aber singt sie. »Ich möchte gern Sängerin werden!«
Die Woche vergeht im Flug. »Das Arbeiten hier hat mir viel Spaß gemacht.«, sagt sie. Für Josina verantwortlich zu sein, erfordert Zeit und volle Aufmerksamkeit. Dafür schenkt sie mit ihrer unnachahmlichen Art Freude und gute Laune.  Wen Josina ins Herz geschlossen hat, den überschüttet sie mit Umarmungen und dem freimütigen Bekenntnis: »Ich hab´ Dich lieb!«
Nach ihrem Abschied bleibt bei jedem von uns der Gedanke zurück, ein bisschen mehr von ihrem Blick auf die Welt zu übernehmen – den Moment zu (er-)leben und den Menschen wirklich zu sehen.

Wir hoffen für Josina, dass sie ihren Traumberuf findet und sich ihre Wünsche erfüllen.